Coming of Age von Dani Garcia ist ein Dice-Placer mit einem Wachstumseffekt. In diesem Spiel nehmen die Möglichkeiten von Runde zu Runde zu.
Und hier sollte man auch kurz erklären was dieses Spiel ausmacht und was es mit dem Thema zutun hat. In diesem Spiel geht es um Wachstum und Entwicklung, aber eher in einem konzeptionellen Zusammenhang, nicht in einer tatsächlichen „Coming of Age“-Story.
Wer in diesem Spiel eine Bindung zu seinem Charakter und seiner Entwicklung aufbauen will ist leider falsch, wer aber ein Spiel sucht das sich entwickelt und an Komplexität gewinnt, dabei eine gelungene Mischung aus Planung und Stratgie bietet, der ist absolut richtig.
Aufbau
Jeder Spieler bekommt ein Tableau, neun Würfel (1W4, 2W6, 3W8, 3W10), 4 Charakter TokenTokenEin Token ist ein Spielmarker aus Pappe, Holz oder Kunststoff, der beispielsweise Ressourcen, Zustände oder Siegpunkte darstellt. (3 weitere kommen in den allgemeinen Vorrat), 7 Intresse- und 5 Frust-Token, 1Startwertungskarte und 4 Zielkarten.
Auf dem Tableau finden wir fünf Bereiche: Freundschaft, Stimmung, persönliche Erfüllung, Vorrat und Wertungskarten.
- Im Freundschaftsbereich schliessen und vertiefen wir Freundschaften mit den anderen Spielern und NPC, erhalten dadurch Boni und Punkte und erfüllen ggf. Wertungskarten.
- Der Stimmungsbereich hat in der ersten Spielrunde zwei Stimmungsleisten: Spass und Aktivität. Hier kann man Platzerungsboni erhalten und starke passive Boni, wenn man die jeweilige Leiste maxed. Es kann aber auch sinnvoll sein die Leiste aufs Minimum zu setzen, unter Umständen gibt das gut Punkte. Auch hier kann man Wertungskarten erfüllen.
- Persönliche Erfüllung bietet auch Boni und wird meist selbst über Boni getriggert, auch hier kann man Wertungskarten erfüllen.
- Vorrat, nunja ist der Vorrat.
- Im unteren Bereich des Tableaus gibt es einen Bereich für Wertungskarten mit vier Slots. in jedem Slot ist ein Mimic Token.
Im Laufe des Spiels kann man neue Wertungskarten erhalten und erfüllen, erfüllte Karten werden in einen Slot gelegt und schalten einen Mimic Token frei. Diesen Token kann man verwenden um die Wertungskarten der Mitspieler zu kopieren, soll heißen, wenn man die Bedingungen erfüllt und die Aktion auslöst, legt man einen Token auf die Karte des Mitspielers und kassiert dafür Punkte.
Man kann auch nur soviele Zielkarten werten wie man belegte Slots hat. Hab ich alle vier Zielkarten erfüllt, aber nur zwei Wertungskarten erfüllt, darf ich auch nur zwei Zielkarten werten.
Ablauf
Im Laufe des Spiels besuchen wir Orte, am Anfang gibt es vier am Ende zehn, dementsprechend haben wir Würfel, in der ersten Runde 1W4 in der letzten 3W10. Wir Würfeln alle unsere Würfel und platzieren sie entsprechend unter dem Ort, dann entscheidet
man sich für einen verfügbaren Ort und legt dort einen Würfel ab, falls es noch weitere Würfel gab, die man nicht gewählt hat, legt man an die entsprechenden Orte pro Würfel einen Intresse-Token ab.
Lagen bereits Intresse-Token an dem Ort, nimmt man diese zurück und steigert so die persönliche Erfüllungsleiste, das gibt Boni.
Sobald der Würfel liegt erhält man den Erfahrungsbonus des Ortes, dieser manipuliert Stimmungsleisten oder gibt einem Willenskraft-Token(sehr nützlich).
Man kann vor oder nach dem Erfahrungsbonus einen MemoryMemoryBei Memory-Mechaniken müssen sich Spieler*innen Positionen oder zuvor gezeigte Informationen merken.-Token benutzen, falls vorhanden, um selbst die Stimmungsleisten zu verändern.
Würfel die man nicht plaziert hat, stehen einem für diese Runde weiter zur Verfügung und werden später erneut gewürfelt.
Jetzt fährt der Bus los und hält an jedem Ort, ist dort ein Würfel oder eine Präsenz, erhält man die Vorteile des Ortes, die sich in jeder Runde ändern. Wenn ein Würfel oder Player-Token Anderer an dem Ort liegt kann man wählen ob man mit Ihnen Freundschaft schließt und dafür auf den Ortsbonus verzichtet. Hat man einen Würfel an diesem Ort wählt man nun, ob man die Erinnerung dieses Ortes erhalten will oder ob man eine Präsenz an diesem Ort ablegt, beides kann wieder Wertungskarten oder Zielkarten erfüllen, Erinnerungen geben verschiedene Boni, Siegpunkte und Token, kosten aber auch Stimmung oder Willenskraft-Token, das Ablegen einer Präsenz gewährt einem bis zum Ende des Spiels die Ortsboni wenn der Bus hält und kann auch Wertungen erfüllen.
So Spielt man sich durch 4 Runden mit 9 Aktionen und diversen Bonus-Aktionen, erhält auch noch Hilfe durch Elternkarten die man spielen kann, versucht geschickt die eigene Stimmung zu Manipulieren und die anderen Spieler auszunutzen um am Ende die meisten Siegpunkte zu erringen.
Meinung
Coming of Age ist ein elegantes Spiel, die Abläufe greifen stimmig in einander, der Spielplan ist übersichtlich und das Material ist verständlich gestaltet. Schon nach kurzer Zeit hat man alle Regeln begriffen, hilfreich ist hier auch die Anleitung( ich habe die englische Version) die klar gestaltet ist und anhand von Beispielen alles sauber erklärt.
Die Schwierigkeit dieses Spiels ergibt sich aus der Planung, will man alle Ziel erreichen, muss man die eigenen Schritte genau planen und das ist mit Würfeln nicht immer ganz einfach, man kann platzierte Würfel im Übrigen auch versetzen, aber das führt hier zuweit. Oft muss man sich entscheiden und abwägen, welche Aktion geb ich auf, welche Boni muss ich haben.
Die Interaktion zwischen den Spieler ist zumeist positiv.
Durch die wechselnden Zielkarten und sich ändernden Ortsboni und Erinnerungskarten ist jedes Spiel anders und ich werde dieses Spiel noch oft Spielen. 8/10
Bewertung
- Glück: Die Würfel fallen, können aber manipuliert werden – 7/10
- Strategie: Man kann und sollte von Anfang an seine Ziele verfolgen – 8/10
- Interaktion: Juhuu, wir schließen Freundschaft – 8/10
- Material: Hervorragendes Material, Double-Layer-Boards, bedrucktes Holz und stimmiges Design – 9/10
- Spielerlebnis: kurzweiliges und belohnendes Spiel – 8/10
- Preis: Die Schachtel ist gut voll und das Spiel ist sein Geld wert – 9/10
- Anleitung: Die Anleitung ist gut aufgebaut, aber manchmal muss man suchen 6/10
Seht gutes Spiel 8/10

