Solo der Woche

Arler Erde: Punkte sammeln in Ostfriesland

Im Solomodus des Zweispieler-Klassikers von Uwe Rosenberg baust Du in dem Dorf Arle, um das Jahr 1800, eine Dorflandschaft auf und gehst auf Punktejagd.

Du kümmerst Dich um die Entwässerung der Moore, baust Torf ab um Land zu gewinnen, pflügst Äcker für Getreide und Flachs, beschaffst Nutztiere die auf Deinen Weiden grasen, stellst Kleidung her und errichtest verschiedene Gebäude.

Fast alles gibt Dir am Ende des Spiels Punkte. Außer Du schafftst es nicht Deine Familie mit genug Nährwerten zu versorgen. Dann sammelst Du auch schonmal den ein oder anderen Minuspunkt.

Zum Start ein bisschen Land

Wie in der Zweipersonenvariante erhältst Du zu Beginn Deinen Heimatplan mit ein paar Landschaftsplättchen, einem Stall für Deine ersten Tiere und ein paar schützenden Deichplättchen.

Auf dem großen Spielplan versuchst Du durch den Einsatz Deiner 4 Arbeiter*innen die bestmöglichen Aktionen durchzuführen. Dabei ist der Spielplan in zwei Jahreshälften aufgeteilt. Auf der linken Seite befinden sich die Aktionen die Du im Sommer/Herbst durchführen kannst, auf der rechten Seite die Aktionen die Du im Winter/Frühling durchführen kannst.

(Entgegen der Zweipersonenvariante darfst du nicht bereits während des ersten Halbjahres eine*n Arbeiter*in in die zweite Jahreshälfte setzen)

Die Familie ist bereit

Gah maal to´n Holthauer un haal uns´n Bültje Holt!

Insgesamt stehen Dir im ersten Halbjahr 15 (!) Aktionsfelder für Deine vier Arbeiter*innen zur Verfügung. Vom Holzfäller bei dem Du Dir Holz beschaffen kannst, über den Deichbauer bei dem Du an Schafe oder Rinder für Deine Weiden kommst und der Dir beim Deichverschieben hilft, bis zum Zimmermann der Dir hilft ein neues Gebäude zu errichten….die Einsatzmöglichkeiten Deiner Arbeiter*innen wollen gut überlegt sein.

Im zweiten Halbjahr kannst Du Deine Arbeiter*innen erneut einsetzen, aber auch auf dieser Seite des Spielplans hast Du die Wahl zwischen 15 Aktionsfeldern, deren Wahl nicht weniger gut überlegt sein will.

Ein bisschen Platz auf dem Tisch wird benötigt um Arler Erde vollständig auszubreiten

Durch den Winter kommen

Zwischen den Halbjahren gibt es die Bestandsaufnahme.

Im November leerst Du Deine Fuhrwerke. Dabei geben spezielle Reiseplättchen an, an welche Orte Du Deine Waren verbracht hast. Je mehr Reiseerfahrung Du sammelst, umso mehr Punkte bekommst Du am Ende des Spiels dafür.

Rinder und Schafe geben Dir Nährwerte, Äcker und Forstwälder bringen Ertrag. Nährwerte und Torf musst Du abgeben um Deine Familie sicher durch den harten ostfriesischen Winter zu bringen.

Wo kommen plötzlich die ganzen Tiere her?

Nach dem Winterhalbjahr geht es ebenfalls in die Bestandsaufnahme.

Im Mai leerst Du wieder Deine Fuhrwerke mit Waren an verschiedenen Orten und steigerst Deine Reiseerfahrung. Deine Tiere in Stallungen bekommen Nachwuchs den Du auf Deinen Weideflächen verteilen kannst. Schafe liefern Dir Wolle die Du zu Kleidung weiterverarbeiten kannst. Die Abgabe von Nährwerten liefert Deiner Familien die nötige Kraft für die harte Arbeit im Sommer.

Punkte, Punkte, Punkte

Nach fünf Sommer- und vier Winterhalbjahren solltest Du Deinen Heimatplan soweit ausgebaut haben das Du Dich bequem zur Ruhe setzen kannst, denn nach dem fünften Sommerhalbjahr ist Schluss.

Dann beginnt das Halbjahr der Punktezählerei. Diese erhältst Du für Deine hergestellten Kleidungsmarken und Baustoffe, Gerätschaften in Deiner Scheune, Reiseerfahrung, Tiere auf Deinen Weiden, deine Warenleiste auf der Du während des Spiels Deine hergestellten Waren trackst, usw. (Hier alles aufzuführen würde den Rahmen sprengen).

Musst Du jetzt auch anfangen Milch in Deinen Tee zu kippen?

Kurzum, wenn Dir Punkteoptimierung und das Knobeln um den besten Einsatz Deiner Arbeiter*innen gefällt, Du auch nach dem fünften Mal noch immer die beste Strategie für den Bau der Gebäudeplättchen auf Deinem Heimatplan heraustüfteln möchtest und das in aller Ruhe mit einer Tasse Tee an einem verregneten Sonntag, definitv ja.

Der Aufbau nimmt zwar aufgrund der überwältigenden Zahl von verschiedenen Plättchen, Holztieren und Markern etwas Zeit in Anspruch, dies wird aber durch das tolle Zusammenspiel der Aktionen und die fortlaufende Entwicklung Deines Heimatplans entschädigt.

Mit einem selbstgebastelten Insert (hier: Foamcore) macht der Aufbau gleich viel mehr Spaß und kostet nicht soviel Zeit

Wenn Dir langes Grübeln für die bestmögliche Aktion, die Jagd nach Punkten und dessen Optimierung nicht gefällt, dann ist Arler Erde vermutlich nichts für Dich.

Warum ich alleine kein Torf mehr steche

Arler Erde ist ein schöner Zweipersonen-Worker Placer (mit der Erweiterung Tee & Handel auch zu dritt spielbar).

Zu Beginn habe ich es auch oft solo gespielt, immer auf der Suche nach der besten Strategie und der Möglichkeit die meisten Punkte zu ergattern. Dadurch das aber ständig alle Felder frei verfügbar sind hatte ich diese für mich irgendwann gefunden. Danach gab es für mich kaum einen Anreiz Arler Erde noch einmal solo auf den Tisch zu bringen. Ich hatte einfach das Gefühl im Solomodus alles gesehen zu haben.

Zu zweit spiele ich es immer noch sehr gerne. Dadurch das die Person gegenüber mit Ihrem Arbeiter*inneneinsatz Aktionen blockieren kann und ich ständig gezwungen mir eine Aktionsalternative zu überlegen wird es nie langweilig. Dazu überzeugt die Qualität des Spielmaterials (Holztiere, dicke Pappe für die Plättchen).

Ein Sonderlob möchte ich für das 36-seitige „Begleitbuch“ aussprechen, welches mit tollen Fotos, Illustrationen und interessanten Hintergrundinformationen die Verknüpfung zwischen Arler Erde und der Geschichte des Ostfrieslandes schafft.

Interessante Geschichten und Hintergrundinformationen erwarten Dich im Sonderheft

Arler Erde hat seinen Platz im Regal sicher. Auch wenn es vermutlich für einen Solonachmittag nicht mehr auf dem Tisch landen wird. Aber, wie heißt es so schön:

Man mutt nooit „noiit“ seggen.

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